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Aufklärungsaktion: 25.10.2014

Krämpfe, Verspannungen und Muskelschmerzen

Rund 40 Prozent der Deutschen werden regelmäßig von schmerzhaften Muskelkrämpfen und Verspannungen geplagt. Die Tendenz ist aufgrund der demografischen Entwicklung steigend. Die Ursachen für Muskelkrämpfe und schmerzhafte Verspannungen sind vielfältig. Sie reichen von Durchblutungsstörungen über Mineralstoffmangel und die Einnahme bestimmter Medikamente bis hin zur Überbeanspruchung der Muskulatur durch körperliche Aktivitäten. Ältere Menschen sind häufiger betroffen als Jüngere. Häufig sind auch Beschwerden, bei denen ein unmittelbarer Zusammenhang oftmals nicht erwartet wird, auf Verkrampfungen kleinster Muskelfasern zurückzuführen. Hierher gehören die Lebensqualität stark beeinflussende Leiden wie die Fibromyalgie, das Restless-Legs-Syndrom oder auch schmerzhafte Verspannungen von Nacken- und Rückenmuskulatur. Auf den folgenden Seiten werden Ihnen Möglichkeiten, aber auch Grenzen einer Vorbeugung und Behandlung muskelkrampfbedingter Beschwerden vorgestellt. Diese Informationen können und sollen das Gespräch mit Ihrem Arzt oder Apotheker allerdings nicht ersetzen.

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Muskelkrämpfe und Ihre Ursachen

Die Skelettmuskulatur besteht aus vielen Fasern, die sich bei Bewegung zusammenziehen und danach wieder entspannen. Dies ermöglicht eine bewusst gesteuerte Verkürzung oder Verlängerung des Muskels, je nachdem, welche Bewegung gerade ausgeführt werden soll. Ziehen sich Muskeln allerdings plötzlich unwillkürlich und unkontrollierbar stark zusammen, kommt es zu einem Krampf. Ausgelöst werden Muskelkrämpfe beispielsweise bei unzureichender Durchblutung. Auch anstrengende Körperhaltungen tagsüber, orthopädisch bedingte Fehlstellungen oder auch ungünstige Positionen während des nächtlichen Schlafes könnten zu spontanen Krämpfen führen. Gelegentlich gilt auch ein Mangel an Mineralstoffen, allen voran Magnesium, Calcium und Kalium, ohne die ein Muskel nicht einwandfrei funktionieren kann, als eine mögliche Ursache für das Auftreten von Krämpfen. Insbesondere Sportler können hiervon betroffen sein, da der Körper bei starkem Schwitzen wichtige Mineralstoffe und Spurenelemente über die Haut ausscheidet. Bestimmte entwässernde Medikamente (sog. Diuretika) können ebenfalls (über den Urin) zu einer Mineralstoffverarmung des Körpers führen. Ein besonderes, weil bekanntlich weit verbreitetes Problem stellen in diesem Zusammenhang auch falsch dosierte Abführmittel dar. Insbesondere Menschen, die ohnehin häufig unter Krämpfen leiden, sollten daher stark wirksame Abführmittel meiden und auf sanfte, aber ebenso wirksame Laxantien der neueren Generation (auf Basis moderner Makrogole, auch in Kombination mit dem natürlichen Präbiotikum Inulin) umsteigen, da diese den Mineralstoffhaushalt nicht belasten.

Die Behandlungsmethoden sind vielfältig

Wer seit längerem regelmäßig unter Muskelkrämpfen leidet, sollte sich von einem Arzt untersuchen lassen, da sich dahinter auch ernsthafte Erkrankungen verbergen können. Sind diese ausgeschlossen, so werden häufig zunächst Magnesiumpräparate empfohlen. Dies ist immer dann berechtigt, wenn auch tatsächlich ein Mangel an Magnesium vorliegt. Insbesondere bei Sportlern kann dies durchaus sinnvoll sein. Auch durchblutungsfördernde, schmerz- und entzündungshemmende Salben oder Einreibungen (beispielsweise mit Arnika, Franzbranntwein oder Beinwell) können ihren Beitrag zur Vermeidung von Muskelkrämpfen und schmerzhaften Verspannungen leisten. Eine weitere wichtige Maßnahme, Muskelkrämpfen vorzubeugen, besteht darin, genug zu trinken, um so einen Flüssigkeitsmangel zu vermeiden. Als ein Mittel der Wahl zur Vorbeugung und Behandlung von Muskelkrämpfen und dadurch bedingten Muskelschmerzen gilt heute der Wirkstoff "Chininsulfat", auf den noch näher eingegangen wird.

So ist die Muskulatur aufgebaut

Unser Körper verfügt über drei Arten von Muskeln. Die glatte Muskulatur (der Eingeweide und Blutgefäße), die Herzmuskulatur und die gestreifte Skelettmuskulatur. Nur diese, auch äußerlich sichtbaren Skelettmuskeln, lassen sich bewusst steuern. Sie bestehen, wie z.B. der Wadenmuskel, aus mehreren millimeterkleinen Bündeln bis zu 30 cm lang gestreckter Zellen. Zusammengehalten werden diese "Muskelfasern" von Bindegewebe. Im Inneren dieser Fasern finden sich lange, als "Myofibrillen" bezeichnete Eiweißstränge. Diese wiederum bestehen aus speziellen, parallel angeordneten Untereinheiten: den Proteinen "Aktin" und "Myosin". Verschieben sich diese gegeneinander, so verkürzt sich der Muskel und entwickelt dabei seine Kraft.

Wadenkrämpf: So ist die Muskulatur aufgebaut
   

So werden Bewegungen gesteuert

Diese Bewegung kann auch willentlich gesteuert werden und zwar über Nervenfasern, die unser Gehirn direkt mit den Muskel fasern verbindet. Das Gehirn sendet hierzu einen Impuls aus, der über die Nervenfasern bis zum Verbindungsstück zwischen Nerv und Muskel gelangt und dort (an der sog. "motorischen Endplatte") den Nervenbotenstoff Acetylcholin aussendet. Dieser bewirkt dann, vereinfacht dargestellt, das Gegeneinander-Verschieben von Aktin und Myosin und auf diese Weise das Zusammenziehen des Muskels.

So kommt es zum Muskelkrampf

Ist dieses komplizierte System gestört (z.B. durch einen Mangel an Mineralstoffen, durch Schäden der leitenden Nerven oder durch überempfindliche Muskelfasern), so kann es zu einem spontanen, unwillkürlichen Zusammenziehen einzelner kleiner Muskelfasern kommen. Die meisten Menschen kennen dies in Form eines feinen, nicht kontrollierbaren, allerdings auch nicht weiter beeinträchtigenden "Muskelzuckens". Hierbei handelt es sich bereits um kleine Muskelkrämpfe, die, wenn viele Muskelfasern auf einmal betroffen sind, sich zu einem "echten", d.h. starken und sehr schmerzhaften Krampf weiterentwickeln können.     Nackenschmerzen

Tückisch: Der nächtliche Krampf

Besonders tückisch sind hier die nächtlichen Krämpfe, allen voran die besonders häufig auftretenden nächtlichen Wadenkrämpfe. Im wachen Zustand reagiert der Körper bei einem möglicherweise beginnenden Krampf oft mit einem aktiven Dehnen der betroffenen Muskelabschnitte. Und beugt so - häufig unbewusst - der Weiterentwicklung zu einem schmerzhaften Krampf des gesamten Muskels vor. Im Schlaf werden diese "Warnsignale" nicht wahrgenommen, das aktive Dehnen fällt aus, ein stärkerer Krampf kann die Folge sein. Ist der Krampf nicht überaus stark, so wacht der Betroffene nicht immer vollständig auf. Der Schlaf kann dennoch beeinträchtigt, zum Teil auch erheblich gestört sein. Man erinnert sich zwar morgens an nichts, fühlt sich allerdings häufig wie "gerädert". Hinzu kommt, dass die betroffenen Muskeln am nächsten Morgen und auch tagsüber häufig noch schmerzhaft verhärtet sind. Das Risiko, einen weiteren, oft deutlich stärkeren Krampf oder hartnäckige Verspannungen zu erleiden, ist somit deutlich erhöht.

Wadenkrämpfe treten am häufigsten auf. Vor allem nachts

Hier zwei wichtige Erste-Hilfe-Tipps:

Rasch hinsetzen, das betroffene Bein ausstrecken und mit den Fingern aktiv die Zehen zu sich ziehen.     Wadenkrämpfe

Ist ein Helfer zur Stelle: Hinsetzen, Bein ausstrecken und von der Hilfsperson den Fuß nach oben drücken lassen.     Wadenkrämpfe

"Verspannungen" - ein vermeidbares Übel

Unser Gehirn verhält sich bei der "Abwehr" nächtlicher Krämpfe wie nach einem intensiven Training. Sorgt man hier nicht für ausreichende Erholungsphasen, so "entscheidet" das Gehirn (mit dem Ziel, unsere überbeanspruchte Muskulatur zu schützen), einen Muskel wegen Überbelastung einfach "abzuschalten". Dazu sendet es so viele Impulse in sehr schneller Reihenfolge aus, dass es zu einer Dauerkontraktion und somit zu einer Inaktivierung des betroffenen Muskels kommt. Die Folge - die sog. "Muskel-Verspannungen" - sind wohl jedem schmerzlich bekannt. Insbesondere der "steife Nacken", aber auch spannungsbedingte Rückenschmerzen zählen hierzu. Vor allem im "kalten" Zustand sind unsere Muskeln diesbezüglich gefährdet.

Fibromylagie - Muskelschmerzen überall

Eine besondere Form "generalisierter" Muskelverspannungen tritt bei der sog. Fibromyalgie auf. Schmerzen, die kommen und gehen, die mal in den Schultern, mal in den Beinen, mal überall gleichzeitig auftreten. Schmerzen, die depressiv machen, den Schlaf rauben, die heute da sind, morgen weg. Hinweisend können die erhöhte Schmerzempfindlichkeit an definierten Körperpunkten (sog. "tender-points") sowie häufige Müdigkeit sein. Knapp zwei Millionen Deutsche sind Schätzungen zufolge betroffen; Frauen etwa sieben- bis achtmal häufiger als Männer. Viele fühlen sich in ihrem Leiden nicht ernst genommen, werden im schlimmsten Falle als Hypochonder betrachtet. Die genauen Ursachen sind bis heute noch immer nicht genau geklärt. Als sicher gilt eine chronisch übererregte Muskulatur mit erheblicher Neigung zu ständig schmerzenden Verspannungen und Krämpfen, die heute allerdings medikamentös in den Griff zu bekommen sind.

Effektiv vorbeugen und behandeln

Als ein Mittel der Wahl bei den besonders häufig auftretenden Wadenkrämpfen hat sich Chinin, ein aus der Rinde des mittelamerikanischen Cinchona-Baumes gewonnener Wirkstoff, erwiesen. Chinin wurde ursprünglich u.a. wegen seiner ausgeprägt krampf- und schmerzlösenden Wirkungen in sehr hoher Dosierung in der Behandlung der Malaria eingesetzt. Heute findet der Wirkstoff aufgrund moderner wissenschaftlicher Erkenntnisse in Form von Chininsulfat bevorzugt zur Therapie von nächtlichen Muskelkrämpfen Verwendung. Aufgrund seiner besonderen Wirksamkeit reichen hier bereits sehr niedrige Dosierungen aus, um Muskelkrämpfen und schmerzhaften Verspannungen effektiv vorzubeugen bzw. diese zu behandeln. Die Verträglichkeit von Chinin bzw. seiner pharmazeutischen Zubereitung als Chininsulfat ist entsprechend gut, was dazu geführt hat, entsprechende Präparate auch ohne Rezept in Tablettenform der Selbstmedikation zugänglich zu machen. Erhältlich sind diese allerdings nur in Apotheken.

Chininsulfat: Entkrampfend und schmerzlindernd

Was Chininsulfat für die moderne Medizin so interessant macht, ist seine Wirkweise: Dieser auch als "peripheres Muskelrelaxans" (d.h. nicht zentral über das Gehirn wirksames, sondern den Muskel direkt entspannendes Mittel) bezeichnete Wirkstoff setzt direkt an jenen Nervenendstellen an, an denen die vom Gehirn ausgesandten Impulse den Muskel erreichen und zur Kontraktion bringen. Die Wirkung des körpereigenen Botenstoffes "Acetylcholin", der den Impuls vom Nerv auf den Muskel übertragen soll, wird dabei abgeschwächt. Die Impulse können nur noch teilweise weitergeleitet werden. Krämpfen kann auf diese Weise effektiv vorgebeugt werden, ohne dass es zu einer für den Betroffenen spürbaren "Schwächung" der Muskeln kommt. Bestehende Verkrampfungen und Verspannungen werden gelöst, und zwar unabhängig davon, ob ein Mineralstoffmangel vorherrscht oder nicht. Darin besteht einer der Vorteile gegenüber einer Therapie mit Magnesium, Calcium oder Kalium. Darüber hinaus, so das Ergebnis aktueller Untersuchungen, weist Chininsulfat auch direkt schmerzlindernde Eigenschaften auf. Ähnlich wie die bekannten Schmerzmittel Salicylsäure, Ibuprofen oder Diclofenac, verhindert Chinin (über eine Beeinflussung des Prostaglandin-Stoffwechsels) unmittelbar die Entstehung schmerz- und entzündungsfördernder Stoffe. Diese doppelte Wirkweise von Chininsulfat ist vermutlich der Grund, warum dieser offiziell zur Behandlung von Wadenkrämpfen etablierte Wirkstoff auch mit großem Erfolg zur Behandlung von Krämpfen und Muskelschmerzen im Rahmen des Fibromyalgiesyndroms (eines der Hauptsymptome: chronische Muskelschmerzen), Verwendung findet.

Chininsulfat: Entkrampfend und schmerzlindernd
   

Wirksamkeit auch in klinischen Studien belegt

Die klinische Wirksamkeit von Chininsulfat konnte in einer neuen Studie aus dem Jahr 2006 mit mehr als 100 Patienten erneut belegt werden. Die Dosierung lag bei 200 mg Chininsulfat (2 Tabletten) pro Tag über einen Zeitraum von 5 Wochen. Das Ergebnis konnte deutlicher nicht sein: Verspannungen, Muskelkrämpfe und begleitende Schmerzen nahmen signifikant ab. Auch die typischen, mit nächtlichen Wadenkrämpfen einhergehenden Schlafstörungen wurden verbessert. Fibromyalgie-Patienten profitierten in besonderem Maße. Zudem zeigten Patienten, die unter dem ?Restless-Legs-Syndrom? litten, ebenfalls eine sehr deutliche Besserung ihrer Beschwerden. 86 % der behandelnden Ärzte bzw. 84 % der Patienten beurteilten die Wirksamkeit der Chininsulfat-Tabletten mit gut bis sehr gut. Noch positiver fiel das Urteil zur Verträglichkeit aus: Hier urteilten 96 % der Ärzte und 97 % der Patienten mit gut bis sehr gut.

Wirksamkeit von Chininsulfat
   

Zum Bedauern vieler Fachleute und Patienten wird dieser vor allem aus der ärztlichen Verordnung bekannte Wirkstoff ? wie auch alle anderen nicht verschreibungspflichtigen Arzneimittel ? seit der Gesundheitsreform 2004 unverständlicherweise nicht mehr von den gesetzlichen Krankenkassen erstattet.

Rezeptfrei heißt wirksam und gut verträglich

Immer mehr Menschen müssen als Folge der Gesundheitsreform ihre Arzneimittel selbst bezahlen. Mehr als 60% der Bevölkerung verzichtet daher mittlerweile bei nicht schwerwiegenden Gesundheitsstörungen auf den Gang zum Arzt und hilft sich, wenn möglich, selbst: mit rezeptfreien Medikamenten direkt aus der Apotheke. Ganz freiwillig hat sich diese Bereitschaft zur Eigenverantwortung allerdings nicht ergeben. Seit Januar 2004 dürfen ehemals verordnete rezeptfreie Arzneimittel nur noch in Ausnahmefällen auf Kassenrezept verschrieben werden. Völlig zu Unrecht setzt seitdem zumindest ein Teil der Versicherten "nicht erstattungsfähig" mit "nicht so wirksam" oder "unwichtig" gleich. Dabei sind rezeptfreie Arzneimittel, so das Ergebnis zahlreicher wissenschaftlicher Studien, in den jeweiligen Anwendungsgebieten nicht weniger wirksam als die verschreibungspflichtigen. Sie sind nur deshalb rezeptfrei, weil sie besser verträglich und deshalb sicherer sind. Bekannte Beispiele für rezeptfreie Wirkstoffe, die sich bei ordnungsgemäßer Einnahme durch eine starke Wirkung bei gleichzeitig guter Verträglichkeit ausweisen, sind Acetylsalicylsäure (gegen Kopfschmerzen), Cineol (intensiv wirksam gegen Bronchitis und Sinusitis) oder auch das in diesem Ratgeber näher vorgestellte Chininsulfat (stark wirksam gegen Muskelkrämpfe und Schmerzen). Eine unkritische Selbstmedikation hat jedoch ihre Risiken. Hier sind vor allem die Apotheken gefordert, ihre Kunden kompetent über die Möglichkeiten und Grenzen rezeptfreier Präparate zu informieren.

Neue Aufklärungsbroschüre informiert

Zu diesen Informationen ist auch eine neue Aufklärungsbroschüre aus der Gesundheitsreihe der Deutschen Gesundheitshilfe erschienen, die Sie hier kostenlos herunterladen können.

Download der Broschüre (PDF, ca. 230 KB):

Datei Symbol     Krämpfe, Verspannungen und Muskelschmerzen (deutsch)
Ein Ratgeber zur Vorbeugung und Behandlung




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